Constantin Häfner ist neuer Forschungschef bei Fraunhofer
Der habilitierte Laserphysiker Constantin Häfner hat das Amt des Vorstands für Forschung und Transfer bei der Fraunhofer-Gesellschaft angetreten. Ihm fallen wichtige Aufgaben zu.

Foto: Markus Jürgens / Fraunhofer
Das Vorstandsressort Forschung und Transfer der Fraunhofer-Gesellschaft ist verantwortlich für die forschungsstrategische Ausrichtung der Organisation und hat die zentrale Aufgabe, die Verwertung wissenschaftlicher Ergebnisse sowie die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie zu fördern. Es orchestriert die Forschungsressourcen, fördert die Umsetzung von Forschungsergebnissen in marktfähige Anwendungen und entwickelt Forschungsfelder, die den Technologietransfer beschleunigen und die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie stärken. Neuer Chef auf dieser wichtigen Position: Constantin Häfner.
Häfner war geschäftsführender Leiter des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT
Der Fraunhofer-Senat hatte ihn in seiner Sitzung am 12. Juni 2024 zum neuen Vorstandsmitglied gewählt. Ab 2019 war der renommierte Laserphysiker geschäftsführender Leiter des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT in Aachen. Mit dem Amtsantritt von Häfner ist der Vorstand der Fraunhofer-Gesellschaft komplett. Seinen Posten am ILT übernimmt interimsweise Jochen Stollenwerk.
„Ich freue mich, dass mit dem Amtsantritt von Professor Häfner der Vorstand der Fraunhofer-Gesellschaft nun wieder in voller Besetzung sein wird“, erklärt Fraunhofer-Präsident Holger Hanselka. „Ich bin überzeugt, dass Constantin Häfner mit seinen internationalen Erfahrungen an renommierten Forschungsinstituten das Ressort Forschung und Transfer im Vorstandsteam entscheidend weiterentwickeln wird, gerade auch im internationalen Umfeld. Gemeinsam im Vorstand werden wir die strategische Aufstellung der Fraunhofer-Gesellschaft auf Basis des Fraunhofer-Modells weiterentwickeln und festigen, die Transferpfade in die Wirtschaft ausschöpfen und unsere Technologieführerschaft ausbauen.“
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Häfner schätzt die enge Verbindung von universitärer und angewandter Forschung, wie sie bei Fraunhofer praktiziert wird: „Die Fraunhofer-Gesellschaft ist der Katalysator für den Dialog zwischen universitärer und angewandter Forschung, der wissenschaftliche Erkenntnisse in innovative, marktfähige Lösungen für die Industrie umsetzt. Unsere enge Zusammenarbeit mit Wissenschaft und Industrie bildet eine entscheidende Säule für den Erfolg Deutschlands im internationalen Wettbewerb.“
Häfner forschte an Lasertechnologien für die Kernfusion
Nach dem Abschluss seines Studiums der Physik an der Universität Konstanz im Jahr 1999 forschte Häfner zunächst an der Gesellschaft für Schwerionenforschung und promovierte 2003 an der Universität Heidelberg. Im Jahr 2004 wechselte er in die USA, zunächst an die Nevada Terawatt Facility der University of Nevada, Reno, und ab 2006 an das Lawrence Livermore National Laboratory (LLNL) im Silicon Valley in Kalifornien. Als Direktor des Advanced Photon Technologies Program verantwortete er unter anderem die Entwicklung der leistungsstärksten Lasersysteme der Welt und leitete Forschungs- und Entwicklungsprojekte im Bereich bahnbrechender Lasertechnologien, insbesondere mit Anwendungen in der Hochenergiedichtephysik und Kernfusion. Im November 2019 übernahm Häfner die Leitung des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT sowie den Lehrstuhl für Lasertechnik LLT an der RWTH Aachen University. Unter seiner Führung positionierte sich das Institut zukunftsorientiert in den Bereichen neuer Lasertechnologien und Laseranwendungen, insbesondere in der digitalen photonischen Produktion, bei Sekundärquellen, in der Quantentechnologie und in Schlüsseltechnologien für die laserbasierte Fusion.