Politik 24. Feb 2025 Von André Weikard Lesezeit: ca. 2 Minuten

Forderung an die Politik: „Innovationen nicht mehr verhindern“

VDI-Direktor Adrian Willig verlangt von der kommenden Bundesregierung einen „Innovationsschub für Deutschland“. Wenigstens solle die Bürokratie dem Fortschritt nicht mehr im Wege stehen.

VDI-Direktor Adrian Willig treibt die Politik zur Eile an. Er wünscht sich nicht weniger als einen "Innovationsschub für Deutschland".
Foto: VDI

VDI nachrichten: Herr Willig, der VDI hat zur Bundestagswahl ein Impulspapier mit zahlreichen konkreten Handlungsempfehlungen vorgelegt. Das Spektrum reicht von Vorschlägen zum Ausbau der Netzinfrastruktur über die Themen Wasserstoffwirtschaft und KI bis hin zur E-Mobilität. Wo soll die neue Bundesregierung bloß anfangen? Was hat oberste Priorität?

Adrian Willig: In erster Linie fordern wir einen schnellen Innovationsschub für unser Land. Es gilt, unsere technologische Spitzenposition – insgesamt auch in Europa – wiederzuerlangen. Daher haben wir fünf zentrale Transformationsfelder identifiziert und mit dringenden Handlungsempfehlungen versehen. Ob also die Transformation des Energiesystems, Konzepte für eine zukunftsweisende Mobilität oder die Förderung von technischer Bildung: Mir ist bewusst, dass alle Themen in einer enormen Dringlichkeit auf die neue Bundesregierung zukommen. Daher ist jetzt die Zeit des schnellen Handelns gekommen. Abwarten können wir uns in keiner Weise leisten.

Ergebnisse der jüngsten VDI-Umfrage sollten „der neuen Bundesregierung zu denken geben“

Eine aktuelle Umfrage unter VDI-Mitgliedern ergab, dass eine Zwei-Drittel-Mehrheit glaubt, dass die Politik stärker von Meinungen getrieben wird als von Fakten. Teilen Sie diesen Eindruck?

Richtig, unsere Umfrage, an der mehr als 10.000 Ingenieure und Ingenieurinnen teilgenommen haben, ergab, dass 67 % der Meinung sind, dass politische Entscheidungen eher auf Meinungen als auf Fakten basieren. Das sollte der neuen Bundesregierung zu denken geben. Insgesamt unterstreichen die Ergebnisse die Notwendigkeit für eine faktenbasierte Politikgestaltung. Der VDI leistet mit seiner Initiative „Zukunft Deutschland 2050“ hierzu einen wertvollen Beitrag.

In der internationalen Politik mehren sich die Konflikte. Auch unter demokratischen Partnern. Was erwarten Sie von der neuen Bundesregierung hinsichtlich der Zusammenarbeit zwischen internationalen Universitäten und Forschungsinstituten? 

Eins ist klar: Die internationale Zusammenarbeit in der Forschung, insbesondere im Bereich der künstlichen Intelligenz, ist essenziell. Die kommende Bundesregierung sollte Maßnahmen ergreifen, um den Austausch zwischen internationalen Universitäten und Forschungsinstituten zu fördern. Davon profitieren wir in Europa, um nicht noch mehr den Anschluss gegenüber den USA und China zu verlieren.

„Bevölkerung und Industrie erwarten, dass die Parteien konstruktiv zusammenarbeiten“

Es sind nun weniger Parteien im Bundestag vertreten, als nach den Umfragen der letzten Wochen anzunehmen war. Ist das ein Vorteil?

Eine geringere Anzahl von Parteien im Bundestag kann die Regierungsbildung und Entscheidungsprozesse natürlich vereinfachen. Zentral ist, dass die verbleibenden Parteien konstruktiv zusammenarbeiten. Nur so können schnell gute Lösungen für unser Land auf die Straße gebracht werden. Das erwartet die Bevölkerung ebenso wie die Industrie. In erster Linie sehe ich hier einen raschen Bürokratieabbau als priorisierte Aufgabe, um Innovationen nicht mehr zu verhindern und schneller voranzukommen.

Sind Sie zuversichtlich, dass es politische Mehrheiten für die Handlungsempfehlungen des VDI geben wird?

Angesichts der Dringlichkeit der von uns adressierten Themen und der breiten Unterstützung innerhalb der Ingenieurgemeinschaft bin ich zuversichtlich, dass unsere Handlungsempfehlungen auf positive Resonanz stoßen werden. Es liegt nun an der neuen Bundesregierung, diese Impulse aufzugreifen und im gemeinsamen Dialog konkrete Maßnahmen umzusetzen.

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